Wappen Nordrhein-Westfalen

Neue Allgemeine Aufstiegserlaubnis für NRW

Wir haben bereits die neue Allgemeine Aufstiegserlaubnis für Nordrhein-Westfalen gemäß NfL-1-786-16. Darin sind einige Änderungen enthalten, unter anderem:

  • die maximale Masse des Luftfahrtsystem wurde von 5 kg auf 10 kg erhöht.
  • Betriebszeiten von 30 min vor Sonnenaufgang bis 30 min nach Sonnenuntergang.
  • Personen dürfen nicht angeflogen werden.

Das erleichtert die Arbeit. Vor allem durch die größere erlaubte Masse ist eine Einzelaufstiegserlaubnis für unsere große Drohne nicht mehr nötig. Das bedeutet weniger Aufwand und Kosten. Die Flugzeiten in der Dämmerung sind für das eine oder andere Projekt sicher auch hilfreich, und dass Personen nicht angeflogen werden ist ohnehin selbstverständlich.

NfL-1-786-16

Neue Regeln für UAVs – Die 5 kg Grenze ist gefallen

Die Deutsche Flugsicherung GmbH hat neue Regeln für unbemannte Luftfahrtsysteme herausgebracht. Der genaue Name ist „Neufassung der Gemeinsamen Grundsätze des Bundes und der Länder für die Erteilung der Erlaubnis zum Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen gemäß § 20 Absatz 1 Nummer 7 Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO)“. Das geht fast so flüssig von der Zunge wie „NfL-1-786-16„. Dahinter verbergen sich ein paar wichtige Neuerungen, wie zum Beispiel:

  • Für den Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen ohne Verbrennungsmotor bis 10 kg Gesamtmasse kann eine allgemeine Erlaubnis erteilt werden.
  • Eine nach den vorliegenden Grundsätzen erteilte Allgemeinerlaubnis kann von anderen Landesluftfahrtbehörden für ihren Zuständigkeitsbereich anerkannt werden.
  • Die Erteilung einer Erlaubnis kann von einer Prüfung der Befähigung des Steuerers und der technischen und betrieblichen Anforderungen an das verwendete unbemannte Luftfahrtsystem abhängig gemacht werden.

Ab sofort können wir also eine Allgemeinerlaubnis für Fluggeräte mit Abflugmasse bis 10 kg bekommen (obacht, gilt nicht für die aktuelle AE, sondern zukünftige), hurra! Das macht das Leben viel einfacher, denn einige Copter liegen genau zwischen 5 und 10 kg. Wenn die Bundesländer noch ihre jeweiligen Allgemeinerlaubnisse problemlos gegenseitig anerkennen, sind wir wunschlos glücklich, oder was fehlt sonst noch?

DHL Drohne im Flug

Päckchen, die an Drohnen hängen

Amazon waren die Ersten und prägten einen neuen Begriff – Lieferdrohne. Im Dezember 2013 verkündete Gründer und Präsident Jeff Bezos die Pläne Waren per Drohne zu liefern, und nun wird eifrig an dem Projekt geforscht. Die Nachricht verbreitete sich rasend um die ganze Welt. Für eine Weile gab es die Worte „Amazon“ und „Drohne“ fast nur im Tandem. Wie die Sache sich im richtigen Leben abspielen sollte und wie realistisch das Ganze ist fragte niemand. Warum auch, die Vision war faszinierend und die Publicity unbezahlbar.

Bald folgten andere Paketdienste, z.B. DHL und UPS. Besonders DHL liegt sehr weit vorn. Als Erste richteten sie einen Liniendienst mit Paketkopter ein, zwischen der Stadt Norden und einer Apotheke auf der Nordsee-Insel Juist (12 km Entfernung). Speziell für diesen Feldversuch wurde ein kontrollierter Luftraum geschaffen, damit die Drohne ganz alleine in der Luft ist und keinen Schaden anrichtet. Mittlerweile ist DHL bei Version 3.0 ihrer Dohne angelangt und die Mitteilungen lesen sich sehr optimistisch. Etwas anders sieht das Michael Otto, Chef des Otto Versand, einem der größten Versandunternehmen weltweit, „Das klingt zwar alles sehr schön visionär, aber allein das Absturzrisiko ist viel zu hoch“.

Diese Sichtweise liegt aktuell wohl näher an der Realität. Die Reichweite und Nutzlast mit der aktuellen Akkutechnologie ist immer noch sehr eingeschränkt (obwohl die Forschung hier auch große Fortschritte macht, die irgendwann serienreif sind). Flugvorbereitung und Zurückholen der Lieferdrohne sind aufwändig und langwierig. Somit bieten sich Drohnen praktisch nur für leichte und teure Waren an, nebenbei Dinge, die auch gern gestohlen werden.

Der Hauptgrund aber, der dagegen spricht, bislang dürfen unbemannte Luftfahrtsysteme nur in Sichtweite des Steuerers geflogen werden (die Feldversuche von DHL waren Ausnahmen unter kontrollierten Bedingungen). Das dürfte sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern, denn eine komplette Neuordnung der Lufträume, Flugsicherung, Luftfahrtbehörden wäre nötig, inklusive Methoden, wie sich bemannte und unbemannte Fluggeräte aus dem Weg gehen. Bis auf weiteres wird es viel einfacher und günstiger sein, die Pakete in einen LKW zu werfen.

Also, vielleicht werden wir es noch erleben, aber bis eine Drohne in unserem Vorgarten landet und ein Päckchen abliefert, wird noch sehr viel Zeit vergehen.

CTRBerlin

Unwissen ist keine Ausrede

Über die Lufträume in Deutschland, und wie Drohnen darin geflogen werden dürfen, oder eben nicht, gibt es so viel Halb- und Unwissen, dass es schon gruselig ist.

Ein Unternehmensberater startete eine Drohne von seiner Dachterrasse in Berlin-Mitte. Die Erklärungen vor Gericht waren vielsagend, „Wir haben vorher sogar noch im Internet gegoogelt und nichts von einem Verbot gefunden, Da stand nur was von Flughäfen, mehr nicht“ (Tegel ist dem Mann wohl entfallen, oder dachte er vielleicht der Flughafen wäre schon stillgelegt?). Die Richterin war davon natürlich nicht beeindruckt, Zitat: „Wer eine Drohne kauft, muss sich informieren, wo er sie fliegen lassen darf.“

Sehr überraschend ist aber die Aussage der Polizei „Das Problem Drohne hatten wir noch nicht. Das war Neuland für uns“, das in Berlin Ende 2015! Wenn Behörden in der Bundeshauptstadt schon nicht informiert sind, gibt es noch viel Aufklärungsarbeit.

Hier ist ein kleiner Beitrag, der vielleicht hilfreich ist. Eine Broschüre des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über die Nutzung von unbemannten Luftfahrtsystemen und eine Zusammenfassung der Deutsche Flugsicherung. Eine Grafik der Deutsche Luftsicherung über die Luftraumstrukturen. Zugegeben, nicht unkompliziert, aber der für Drohnenflüge zu meidende Luftraum ist CTR. Schließlich die Lufträume in Deutschland als Layer für Google Earth. Obwohl das keine offiziellen ICAO Karten sind, sehr nützlich, um zu wissen auf welcher Seite man sich befindet.

Meine dringende Empfehlung, macht euch vor dem Flug schlau.

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Die DFS empfiehlt – Haustiere und Drohnen chippen lassen

Was haben Drohnen und Katzen gemeinsam? Beide können abhauen.

Wenn also ein Chip hilft den kleinen Stromer wiederzubringen, warum nicht auch unseren Quadro?

Das ist vielleicht einer der Gedanken hinter den Vorschlägen der Deutsche Flugsicherung (DFS). Nun ja, eine Kennzeichnungspflicht ist sicher keine schlechte Idee, Autos fahren damit schon immer sehr gut. Vielleicht wird es sogar manchen zu der Erkenntnis verhelfen, dass es eben kein Spielzeug ist, mit dem sie durch die Nachbarschaft heizen und sie 1. wissen sollten was sie tun, und 2. sich entsprechend verhalten. Das wäre schon ein großer Schritt für die Sicherheit und den verantwortungsvollen Umgang mit den Geräten.

Dazu ist noch dieses Interview mit dem Justiziar des Deutschen Modellflieger Verbandes sehr aufschlussreich. Demnach ist im Prinzip ist so gut wie alles bereits ausreichend geregelt, zu viele wissen es nur nicht, und bald wird sowieso alles anders, dank EU. Freuen wir uns drauf!